Initiative-Elga-Blog

Informationen zu ELGA und E-Health in Österreich

ELGA: Die „elektronische Gesundheitsakte“: Vernunft in die Diskussion bringen!

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Seit Oktober 2006 bemühen wir, Dr. Susanna Michalek und Dr. Christian Husek, Allgemeinärzte im 23. Bezirk in Wien,  uns als „Initiative ELGA“,  ärztliche Standpunkte, insbesondere aus dem Blickwinkel der Allgemeinmedizin, in die Planung und Gestaltung der  ELGA einzubringen. Wir wollen Ihnen, geschätzte Leser und Leserinnen des „DAM“, in einer Artikelserie Informationen zum Thema „ELGA“ geben und Sie um Ihre Stellungnahmen und Mitarbeit bitten.

Auslöser für unsere Aktivitäten war vor allem ein Interview in „Medical Tribune 43/2006“ mit dem damaligen Kabinettschef und jetzigem Sektionschef im Gesundheitsministerium Dr. Auer,  dem ministeriellen „Mastermind“ hinter ELGA und anderen gesundheitspolitischen Maßnahmen. 
Dr. Auer`s dort kolportierte Absichten wollten wir in dieser Form keinesfalls hinnehmen („Momentan sammeln sich die Auftraggeber, Länder, Bund und Sozialversicherung und finden heraus, wie ELGA umgesetzt werden soll. Dann werden die einzelnen Gesundheitsdiensteanbieter eingebunden. Der IT-Einsatz wird die Produktivität im Gesundheitssystem aber insgesamt enorm steigern. Es wird ein sehr natürliches Lenkungssystem sein, auch im Sinne der Patienten“). Wir begannen das Gespräch mit den Verantwortlichen und Technikern zu suchen, uns in die Diskussion einzubringen  und waren überrascht von der freundlichen Aufnahme und Bereitschaft, insbesondere der Techniker,  unsere Einwände und Vorschläge anzuhören und zu diskutieren.  Viele versicherten uns im 4-Augengespräch, daß sie persönlich nichts vom damaligen Konzept der „ELGA“ (z. B. verpflichtende Teilnahme und Erfassung aller Gesundheitsdaten eines Patienten) hielten und keinen Hausarzt akzeptieren würden, der ihre Gesundheitsdaten so verwenden würde.  Als Auftragnehmer des Ministeriums und der Sozialversicherungen müßten sie aber deren  Aufträge umsetzen. Die inhaltliche Gestaltung liege vor allem auch an den Ärzten, von denen zu wenige sich mit dem Thema auseinandersetzten und zu wenig in die Gestaltung einbrächten.  Wir wiederum kritisierten von Anfang an die fehlende  Information, Transparenz und das fehlende Akzeptanzmanagement von Seiten der Verantwortlichen.  
Heute , Jahre danach, hat sich Vieles, vielleicht auch durch unsere Informationen und Diskussionsbeiträge,  am Konzept von ELGA geändert, leider insgesamt aber noch nicht so, daß wir als Ärzte vorbehaltlos (siehe „ELGA-Gesetz-Entwurf“) der weiteren Umsetzung von ELGA zustimmen könnten. Die Verantwortlichen in Ministerium und SV mußten, wie z.B. auch beim gescheiterten e-Medikations-Pilotprojekt, einsehen, daß es nicht möglich ist, Projekte ohne die Unterstützung der Betroffenen (Ärzte, Apotheker und Patienten), und schon gar nicht entgegen deren Wünsche umzusetzen.  Andererseits müssen auch wir Ärzte akzeptieren, daß wir die Möglichkeiten moderner elektronischer Kommunikation nutzen sollten, wenn sie unsere tägliche Arbeit unterstützen (und nicht behindern!)  und keine Gefährdung für den Schutz der besonders heiklen Gesundheitsdaten entsteht. Dazu ist es notwendig, daß wir als Ärzte unsere Vorstellungen, Wünsche und Forderungen formulieren und mit kräftiger Stimme Nachdruck verleihen, wo immer wir können und auch die  Betroffenen, unsere Patienten,  beim täglichen Kontakt entsprechend informieren.
In diesem Sinne bitten wir Sie um tatkräftige Mitarbeit !

 

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Written by Dr. Christian Husek

29. Mai 2014 um 17:15

Veröffentlicht in Uncategorized

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