Initiative-Elga-Blog

Informationen zu ELGA und E-Health in Österreich

Quo usque tandem abutere, ELGA(*), patientia nostra?

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(*) „ELGA hier bitte als Synonym für die gesamte Digitalisierung im Gesundheitssystem zu betrachten …!

Wir Ärzte warten auf praxistaugliche Tools, die uns die Arbeit erleichtern ….

Bisher haben aber nur leichtgläubige Politiker den Phantasien von Technikern gefolgt und ihren Wählern das „Blaue vom Himmel“ versprochen …

Fast alles was wir seit 2006 (Gründung der http://www.initiative-elga.at) vorausgesagt haben ist eingetreten …

In der Zwischenzeit hat sich die Smartphone-Technologie (universelle Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Usability)  unaufhaltsam verbreitet, ELGA scheint nicht mal noch davon Kenntnis erlangt zu haben …

Es ist an der Zeit manchen „Experten“ mal „die Wadln vierezurichten“ …

Mal sehen was die neue Regierung schafft ….:
„Fortschritte der Digitalisierung sollen auch im Gesundheitsbereich einen einfacheren und verbesserten Zugang zu medizinischen Leistungen ermöglichen. Die Weiterentwicklung der E-Card als Schlüssel für papierlose Prozesse soll unter Beachtung des Datenschutzes eine deutliche Vereinfachung für alle Beteiligten im Gesundheitssystem bringen. Ebenso wollen wir die Digitalisierung in Diagnose, Behandlung und (medizinischer) Forschung vorantreiben und somit den Gesundheitsstandort Österreich weiter stärken“

Written by Dr. Christian Husek

2. Januar 2020 at 20:00

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EDV: „KI“ versus menschliche Entscheidungsfindung im Gesundheitsbereich: Eine Standortbetrachtung …

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Intelligenz:
Fähigkeit [des Menschen], abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten

Sollten wir nicht viel schärfer zwischen  „smarten Algorthythmen“ und echter „KI“  in der EDV trennen …?

Es gibt viele Definitionen von „Intelligenz“ …:

Ein System, das offensichtlich intelligentes Verhalten zeigt, bleibt nur ein Werkzeug, so lange kein Selbstbewusstsein vorhanden ist und keine Motivation, aus „eigenem“ Antrieb zu handeln und „eigene“ Interessen zu verfolgen (s. a. Philosophischer Zombie). Eine ausreichend intelligente Technologie, welche auch diese Grenze überschritte und darüber hinaus womöglich Reaktionen zeigte, welche als emotional interpretierbar wären, würde diverse ethische Fragen bezüglich Rechten und Verantwortlichkeiten eines solchen Systems aufwerfen. Dabei wäre unter anderem zu diskutieren, ob eine „biologische“ Intelligenz grundsätzlich anders zu werten sei als eine „technologische“

Überschätzen EDV-Techniker nicht ein bisschen ihre Fähigkeiten mit Aussagen wie dieser:
Mit der strukturierten Erfassung von Daten können sie bereits heute die Basis für eine wertschöpfende Verwendung künstlicher Intelligenz legen – in der eigenen Einrichtung und darüber hinaus“

Heutige EDV Systeme sind in der Lage dem Menschen als wesentliches Werkzeug zu dienen um eine Flut von heute verfügbaren Daten zu wichtigen Informationen verarbeiten und darzustellen und damit die  Grundlage von sicherheitsrelevante Entscheidungen und Handlungen des Menschen darzustellen, vergleichbar etwa mit dem „Glas-Cockpit“ in heutigen Flugzeugen, das uns als Piloten wesentliche Informationen als Entscheidungsgrundlage aktuell und übersichtlich darstellt und dem „Autopiloten“, der uns von mühsamer Routinearbeit (Halten der Fluglage, Geschwindigkeit, etc.) entlastet und damit Stress und Arbeitsaufwand erheblich reduziert.

Aber auch in der Luftfahrt wird „KI“ noch lange kein Ersatz für menschliche Erfahrung in der Entscheidungsfindung darstellen …!
Überlegen Sie mal wie „KI“ in so einer Situation reagiert hätte …

Heutige EDV-Systeme im medizinischen Bereich, IBM`s „Dr. Watson“ inkludiert, sind leider teilweise noch immer weit davon entfernt Daten in diesem Sinne optimal aufzubereiten und uns Ärzten als Anwender damit rasch  verläßliche und relevante Informationen als Grundlage für unsere Entscheidungen zu liefern…

Es wird noch einige Jahre dauern bis medizintechnische EDV auf den Stand der Technik kommt, den wir heute in der Luftfahrt bereits erreicht haben

Somit sind heutige EDV-Systeme im medizinischen Bereich (Gott sei Dank !) noch weit von echter „Künstlicher Intelligenz“ entfernt ..!

Sie bleiben weiterhin eher „ein dummes Stück Silizium“ ….   ( aus 2006, leider ist Deutschland seither ja kaum einen Schritt weitergekommen …)

Freue mich weitere Diskussion zum Thema …!

Written by Dr. Christian Husek

21. Dezember 2019 at 07:18

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„und täglich grüßt das Murmeltier“: Der elektronische Impfpaß …

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Elektronischer Impfpass soll 2018 starten:  „Mit dem e-Impfpass ist eine lückenlose Dokumentation und ein individuelles Erinnerungsservice möglich – vergessene Impfungen oder unnötige Mehrfachimpfungen gehören damit der Vergangenheit an“, freute sich Ministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ). Derzeit sei der Impfstatus in Österreich meist unvollständig oder nicht durchgängig dokumentiert. (APA, 30.6.2017)

 

Haben wir nicht Ähnliches wieder vor einigen Tagen (5.12.2019) der Presse entnommen?

Wissen Sie noch wann Steve Jobs das erste Smartphone präsentiert hat … ?
1995, 2000, 2007 ??

Was hat sich nicht alles auf Basis dieser Technologie seither entwickelt …!
Ein Leben ohne diese kleinen Taschencomputer ist für viele von uns kaum mehr vorstellbar !
Auch für den Gesundheitsbereich gibt es bereits jede Menge „App`s“ …

Nur die Politik setzt für unsere ELGA  weiter auf Saurier-PC`s … !

Dabei gibt es seit langem brauchbare Konzepte für den elektronischen Impfpass, die rasch und kostengünstig umsetzbar wären …

Initiative ELGA Konzept elektronischer Impfpass

apple applications apps cell phone

Photo by Tracy Le Blanc on Pexels.com

Written by Dr. Christian Husek

7. Dezember 2019 at 17:34

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Das ELGA-Cockpit: dem Sachkundigen rasch und übersichtlich die situativ notwendigen Informationen liefern …

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Was bei Flugzeugen das Cockpit und bei Schiffen die Kommandobrücke ist, entspricht bei der elektronischen Gesundheitsakte den zusammengefassten Patientendaten:

jenem Punkt, wo eine Vielzahl an Informationen zusammenläuft, die auf möglichst übersichtliche Weise rasch erfasst werden müssen.

Nicht zum ersten Mal stand die Luftfahrt Pate für eine Entwicklung, die sich an jahrelang unter härtesten Bedingungen erprobten Maßstäben und Sicherheitsstandards orientiert…

So wie sich ein Pilot im Cockpit einer Menge Daten gegenübersieht und es schaffen muss, diejenigen auf einen Blick zu erfassen, die neben dem Halten der Fluglage relevant sind, so sehen sich Ärzte in vielen Fällen mit langen Patientenhistorien konfrontiert, die Auswirkungen auf die aktuelle Behandlung haben können oder auch nicht. Aus dieser Flut von Informationen möglichst rasch die Wesentlichsten herauszufiltern ist Aufgabe des ELGA-Cockpits.

Ohne gute Schulung ist das Computermenü in Stresssituationen allerdings mehr Hindernis als Hilfe. Ärzte müssen daher, ebenso wie Piloten, für den Umgang mit diesen elektronischen Hilfsmitteln, insbesondere in elektronischer Dokumentation, geschult und trainiert werden …

ELGA-Cockpit Philosophie

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Written by Dr. Christian Husek

7. Dezember 2019 at 06:18

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Ordination zusperren und davonlaufen . : Aus gegebenen Anlaß: Wenn die EDV in der Ordination spinnt …. Teil 2

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Was fällt mir als Pilot (und Arzt) dazu ein ?:

 

  • „cool“ bleiben !
    Voraussetzung: Handbücher gelesen, Basiswissen EDV Hard- und Software

  •  „emergencies“ immer wieder vorbereiten und trainieren ..

  •  Checkliste
    („what if ..?)  erstellen …

  •  Prioritäten setzen …
    („aviate – navigate – communicate ..“)

  •  Redundancen haben …
    (wichtige Systeme doppelt oder sogar 3 – fach vorhanden als Back-Up): 

  • Standardisierung
    (z.B. gleichartige Drucker, PC`s, etc.)

  • Verantwortlichkeiten  und Aufgaben im Team vorher genau festlegen …“
    („Crew Resource Management“,   „CRM“)

  • Störfaktoren beseitigen
    (Patienten aus Ordination rausschicken, zusperren, vorbereitete Informationsschilder sofort aufhängen ..)

 

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Crew_resource_management

Ordinations_Cockpit

Written by Dr. Christian Husek

4. Dezember 2019 at 20:36

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Ordination zusperren und davonlaufen . : Aus gegebenen Anlaß: Wenn die EDV in der Ordination spinnt ….

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Die Elektronik kann uns heute auf vielen Wegen unterstützen wenn sie problemlos und rasch funktioniert …
Leider „läuft es“ manchmal nicht wie gewünscht, obwohl der technische Zustand der Hardware aktuell und die Software regelmäßig gewartet wurde ..

Dann bricht in der Ordination Chaos aus, Arzt und Mitarbeiter sind enormen Stress durch ungeduldige und fordernden Patienten ausgesetzt.

Am liebsten möchte man dann die Ordination zusperren und davonlaufen …

An die Spitze getrieben wird der situationsbedingte Stress noch durch schnoddrige Mitarbeiter an diversen „Hotlines“, die uns oft wenig hilfreiche Tips geben und die Verantwortung für die Störung auf jeweils andere Ursachen abschieben („alte Hardware“, „Computer neu starten“, „Kabel eingesteckt ?“, u.v.m.)
Als ob man das nicht selbst wüßte und wohl schon versucht hätte …

Die steigende Komplexität der Zusammenarbeit zwischen verschiedensten Applikationen ist selbst für EDV-Techniker heute oft nicht mehr nachvollziehbar …

Zeit und Anlaß sich von manchen Patienten und Anbietern von Hard- und Software zu trennen und vielleicht den eigenen Betrieb „auf andere Beine zu stellen“ (Ausstieg aus dem Kassensystem ?)!

https://initiative-elga.com/2019/12/04/ordination-zusperren-und-davonlaufen-aus-gegebenen-anlass-wenn-die-edv-in-der-ordination-spinnt-teil-2/

Written by Dr. Christian Husek

3. Dezember 2019 at 07:45

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DER GEKLONTE HAUSARZT

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Gastkommentar Dr. Ulrike Stenzl, Allgemeinmedizinerin, Graz
Quelle: Medical Tribune vom 09.07.2014

Das Leistungsspektrum einer hausärztlichen Praxis hängt von vielen Faktoren ab: Stadt, Land, Notarztsystem ja oder nein, Krankenhäuser oder Fachärzte in der Nähe, Art der zu versorgenden Bevölkerung, Räumlichkeiten, Mitarbeiter und nicht zuletzt vom Hausarzt selber.

Das hielt ich bisher eigentlich für selbstverständlich. Gerade lese ich aber, dass das eine Frechheit sei. Offensichtlich haben wir nicht unterschiedlich zu sein, sondern alle gleich. Keine Ahnung, wie das gehen soll. Aber vielleicht wäre es sinnvoll, den perfekten Hausarzt zu züchten, und wenn man ihn einmal hat, dann lauter kleine Klone von ihm oder ihr über das Land zu verteilen.

E wie Einheitsarzt

Überall in der Medizin geht die Tendenz zur Spezialisierung. Z.B. stirbt der gute alte Allgemeininternist langsam aus. Mittlerweile muss man sich echt überlegen, wo man seine Patienten hinschickt, damit sie nicht Gefahr laufen, mit Hämorrhoiden beim Rheumatologen oder mit pAVK beim Endoskopiker zu landen. Ist ja auch ganz klar. Die einzelnen Gebiete werden immer größer und unüberschaubarer, und die Kollegen müssen sich spezialisieren. Um dann in dem Gebiet, das sie bearbeiten, optimale Patientenbetreuung zu gewährleisten. Ich finde das ja auch nur logisch. Auch in der Wirtschaft wird geschaut, wo Mitarbeiter optimal einsetzbar sind. Tausende von Stunden werden auf Seminaren verbracht und tausende von Euros ausgegeben, um die eigenen Stärken zu erkennen und optimal für die eigene Karriere und die Firma einzusetzen. Und noch mehr Seminare und Veranstaltungen werden besucht, damit die optimal eingesetzten Mitarbeiter sich auch optimal geschult und wertgeschätzt fühlen. Denn nur glückliche Kühe legen schöne, große Eier oder so in etwa.

Wenn sich unsereiner so niederlässt, bringt er seine Persönlichkeit, seine Vorlieben und seine Familie mit in den Job. Wer notfallmedizinisch oder chirurgisch nicht viel kann und dann auch noch drei kleine Kinder hat, wird kaum in einem entlegenen Gebirgsdorf praktizieren wollen. Wem möglichst viel Leichtigkeit vorschwebt, der wird keine Hausapotheke haben wollen, und wer nicht gerne kulturübergreifend arbeiten möchte, bestimmte Bezirke in Wien oder Graz meiden. Dann haben wir zwar im Turnus alle dasselbe Rasterzeugnis erhalten, aber beileibe nicht dieselbe Ausbildung.

Wir haben auch nicht alle dieselben Zusatzausbildungen gemacht, denn wir haben unterschiedliche Begabungen und unterschiedliche Interessen. Manche von uns haben ein Psy-Diplom, andere sind aktiv im Notarztwesen unterwegs. Und man sollte sich davor hüten, die Rollen zu vertauschen. Schon bei Kindern versuchen wir Begabungen zu fördern und Interessen zu wecken. Und dann soll ausgerechnet in unserem Beruf das alles egal sein und der Einheitsdoktor ordinieren? Und das soll vielleicht auch noch anstrebenswert sein? Normalerweise ist man in dem Gebiet am besten, das einem am meisten liegt, wo Liebe und Interesse vorhanden sind. Dort kann man auch am meisten leisten, am längsten arbeiten und am ehesten ohne vorzeitig auszubrennen den Menschen dienen.

Und es gibt ja auch die freie Arztwahl. Patienten suchen sich ihre Hausärzte nach Sympathie, persönlicher Wellenlänge, Lage und Öffnungszeit. Und auch nach Leistungsspektrum. Niemand geht mit seinen Kleinkindern zum Geriater. Wichtig ist, dass die ganze Vielfalt der Medizin im Spektrum der Hausärzte zu finden bleibt, aber doch nicht in der Person eines einzelnen!

Lasst uns doch einzigartig sein!

Jeder Anwalt hat Jus studiert. Aber ich kann auch nicht erwarten, dass mich ein Wirtschaftsanwalt gut im Scheidungsfall oder in einer Strafsache vertritt. Und das leuchtet allen ein. Genauso wie die Tatsache, dass jeder Selbstständige wirtschaftlich ohne Netz ständig den freien Fall riskiert. Deshalb hat jeder Betrieb seine Schwerpunkte, jedes Geschäft seine besonderen Angebote, jeder sein spezielles Leistungsspektrum. Was für andere völlig normal ist, soll bei Hausärzten plötzlich pfui sein? Außerdem haben wir auch unsere Praxisräumlichkeiten und unsere Angestellten. Es ist ein Unterschied, ob ich eine kleine Klink betreibe oder eine Dreizimmerwohnung adaptiert habe. Ob eine Krankenschwester, ein Notfallsani oder eine Sekretärin einen bei der Arbeit unterstützt. Und zusätzlich haben wir die Verpflichtung, dass die, die für uns arbeiten, optimal geschult, nach Neigungen und Fähigkeiten optimal eingesetzt werden und gern ihrer Arbeit nachgehen. Überall wird auf Individualismus und unverkennbare Identität gesetzt. Also lasst uns bitte einzigartig sein und in dem, worin wir gut sind, Höchstleistungen erbringen!

Zusammen sind wir 100 Prozent und können alles.
Als einzelner Hausarzt oder als einzelne Hausärztin sind wir aber Unikate!

Arzt_Stethoskop

Written by Dr. Christian Husek

11. Juli 2014 at 18:50

Veröffentlicht in Gesundheitspolitik, Kosten