Initiative-Elga-Blog

Informationen zu ELGA und E-Health in Österreich

Patient – Arzt: Prozessqualität bitte auch in der Gegenrichtung !

leave a comment »

Bei allem Verständnis für den Anspruch der Patienten nach best-möglicher Qualität in der ärztlichen Betreuung, die ja besonders auch durch verschiedenste E-Health-Anwendungen und ELGA weiter verbessert werden soll, drängt sich mir doch der Gedanke auf, diese auch in der Gegenrichtung, nämlich bei den Voraussetzungen, die der Patient mitbringt, zu fordern.

Was spricht wirklich dagegen, daß sich der Patient strukturiert auf den Arztbesuch vorbereitet (seine Anamnese ausfüllt), die der Arzt problemlos und vom Patienten (digital) signiert in seine Arztsoftware oder Krankenhausinformationssystem übernehmen kann ?  (Hier kann der Patient wirklich im Sinne des Patienten-Empowerment selbst aktiv werden – siehe Leitgedanke von  www.gesundheit.gv.at )

Was spricht dagegen, daß der Patient, nachdem er sich über audiovisuelle Hilfsmittel am PC entsprechend informiert hat und die Gelegenheit zu ergänzenden Fragen an den behandlenden Arzt hatte, den OP-Revers ( digital signiert ) unterschreibt und dieser automatisch in das KIS übernommen wird ?

etc., etc.

Hier könnte (vielleicht ?) E-Health/ELGA endlich einmal wirklich den ärztlichen Alltag von Bürokratie entlasten !

siehe dazu auch Diskussion auf  http://www.initiative-elga.at/forum/viewtopic.php?id=82

Written by Dr. Christian Husek

2. Februar 2010 at 19:54

Veröffentlicht in E-Health, ELGA, Patient-Empowerment

Tagged with ,

„Patienten-Empowerment“: drehen wir Ärzte doch den Spieß um“ !

leave a comment »

Trotz immer mehr und immer größerer „Tintenburgen“ lagert die Verwaltung zunehmend die Arbeit auf den Bürger/Kunden aus, denken Sie z.B. an Banküberweisungen, die Sie jetzt selbst mittels „Internet-Banking“ durchführen müssen, ähnlich ist es auch bei Steuererklärungen und vielen anderen Vorgängen.

Im Gesundheitsbereich müssen wir Ärzte für den Patienten dokumentieren (Beratungsanlaß, empfohlende Untersuchungen, Verhaltensweisen), organisieren und Anträge stellen (Überweisungen, ABS-Bewilligungen, e-AuM, OP-Reverse) , etc. und haften für ökonomische Vorgangsweise und Vollständigkeit der Aufzeichnungen.

Hier wäre einfache Abhilfe möglich:
Über das im Aufbau befindliche staatliche Gesundheitsportal http://www.gesundheit.gv.at („Leitgedanke: Bessere Information der Menschen für die Sicherstellung und Erweiterung ihrer Mitwirkungs- und Entscheidungsmöglichkeiten in der Gesundheitsversorgung – „patient empowerment“) loggt sich der Patient ein und bereitet sich strukturiert auf den Arztbesuch vor. Neben der – selbstverständlich qualitätsgesichert – zu erstellenden Anamnese mit Angaben zu Vorerkrankungen, bereits erfolgten Voruntersuchungen und Therapien (für deren vollständige und gewissenhafte Angabe der Patient mit seinem ganzen Vermögen haftet) muß er natürlich auch die erhaltenenen therapeutischen Anweisungen („regelmäßige Bewegung“, Gewichtsreduktion“, entsprechende Compliance bei der Medikamenteneinnahme, etc.) selbst dokumentieren und deren Einhaltung nachweisen (bei sonstigem Regress der kassenärztlichen Honorare durch die Sozialversicherung)

Patienten, denen dies selbst durchzuführen nicht möglich ist, muß ohnehin von Gesetz wegen ein „Sachwalter“ (Eltern, Angehörige oder Sozialarbeiter) zur Seite gestellt werden, der dann auch für Korrektheit der Angaben haftet.

Erst wenn diese Angaben inhaltlich und formal korrekt ( Prozess- und Struktur-Qualität !) erstellt sind, erhält der Patient eine Prozess-Nummer, mittels der wir Ärzte seine Angaben im E-Card-System abrufen und direkt in unsere Arzt-Software oder Krankeninformationshaussysteme übernehmen können. Unser eigener Dokumentationsaufwand und Haftungsprobleme werden damit drastisch reduziert. Patienten ohne korrekte Prozess-Nummer werden von jeder kassenärztlichen Beratung bzw. Behandlung ausgeschlossen.

Für die Solidargemeinschaft (Staat, Sozialversicherungen und Dienstgeber ) entsteht Mehrwert durch bessere Kenntnis der gesundheitlichen Rahmenbedingungen: So erhält z.B. die Arbeitsunfähigkeits-Diagnose „Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden“ durch die erweiterten Angaben des Patienten („am Vortag bis 4 Uhr Früh mit Freunden in einer Bar Alkohol getrunken, zu viel geraucht“) gesteigerten Informationsgehalt.

🙂

Written by Dr. Christian Husek

31. Januar 2010 at 15:05

Veröffentlicht in E-Health, Patient-Empowerment

ELGA und die Autobahn durch die Kleingartensiedlung

leave a comment »

Es war einmal eine Stadt, die vorwiegend aus kleinen, einfachen Häusern mit Gärten bestand. Natürlich wurden im Laufe der Zeit auch einige immer größere Wohnbauten und sogar 2 mächtige Wohnblöcke in grüner bzw. roter Farbe gebaut.

Die Menschen kommunizierten an den Zäunen ihrer Gärten oder auch auf den Straßen und nahegelegenen Marktplätzen lebhaft persönlich miteinander und hatten ihren Arbeitsplatz meist in der Nähe ihres Wohnortes, den sie in kurzer Zeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad, was billig war und auch ihrer Gesundheit diente, erreichen konnten. Nur wenige benötigen auf Grund größerer Entfernung zu ihrem Arbeitsplatz ein Auto, was die Umwelt schonte und sie vor den hohen Kosten für importiertes Erdöl bewahrte. Dies empfanden sie als wünschenswerte und zufriedenstellende Lebens- und Arbeitsqualtät.

Irgendwann wollten die Politiker die Menschen verstärkt am technischen Fortschritt teilhaben lassen und etwas für ihre Sicherheit und ihren Komfort tun. Eine mächtige Autobahn quer durch die Stadt, auf der die Autos schneller fahren und Lasten bequemer transportiert werden könnten, sollte gebaut werden.

Techniker wurden für die Planung beauftragt und priesen in höchsten Tönen ihre Kenntnisse und Verfahren, es sei leicht und rasch möglich alle Wünsche der Politiker umzusetzen. Man würde schneller und bequemer von einem zum anderen Ende der Stadt kommen und es würden auf der gut ausgebauten und breiten Autobahn weniger Unfälle passieren. Das gleichmäßige Tempo würde auch den durchschnittlichen Treibstoffverbrauch und damit Kosten senken.

Die Politiker wollten die Menschen mit diesem Projekt überraschen und waren sich sicher, daß sich die Menschen über deren Weitsicht und Großzügigkeit freuen würden.

Nach und nach erfuhren jedoch immer mehr Menschen von den Plänen der Politiker und begannen sich Gedanken über dieses Projekt zu machen und dies untereinander zu diskutieren.

Den offensichtlichen Vorteilen des Projektes standen auch Nachteile und Risiken gegenüber: Viele kleine Häuser und Gärten müßten niedergerissen und die Bewohner in größere Wohnblöcke umgesiedelt werden. Auch ihre Arbeitsplätze würden in größere Fabriken, die dann allerdings weiter entfernt sein würden, verlegt. Die Autobahn selbst müßte durch hohe Zäune geschützt werden, damit keine Menschen diese zu Fuß oder mit ihren Fahrrädern überqueren könnten, um entsprechende Unfälle zu verhindern. Auch ihre Kinder und die Haus- und Wildtiere dürften nicht mehr frei in der Nachbarschaft herumlaufen, um nicht beim Überqueren der Autobahn eine Gefahr für die Autos darzustellen bzw. selbst überfahren zu werden. Unfälle auf der Autobahn hätten durch das höhere Tempo viel schlimmere Folgen und würden zu Staus führen, die die Versorgung der ganzen Stadt beeinträchtigen würden. Die Polizei müßte verstärkt und durch technische Mittel in die Lage versetzt werden, die Autobahn intensiv zu überwachen. Gesetze, die all das regeln, müßten ausgearbeitet werden.

Für alle diese Maßnahmen müßten die Bürger natürlich selbst die Kosten übernehmen, sie müßten um dieses Geld zu verdienen dann natürlich länger arbeiten und hätten weniger Zeit für sich und ihre Familen.

Viele Menschen waren traurig, daß sie nicht mehr einfach am Zaun mit Ihren Nachbarn plaudern würden können, sondern große Umwege erforderlich wären, da die Autobahn sie von ihren Freunden trennte. Auch bräuchten viele dann ein Auto, um einzukaufen oder ihren Arbeitsplatz zu erreichen, was sie sich nur schwer leisten könnten. So begannen einige besorgte Bürger mit den Politikern und Planern zu sprechen und konnten erreichen, daß die Autobahn zumindest weit genug entfernt von Naturschutzgebieten und Kindergärten geplant würde, die Politiker versprachen auch, durch zusätzliche Maßnahmen zu verhindern, daß der Lärm und die Abgase von der nahe liegenden Autobahn die Gesundheit der Bürger beeinträchtigen würde.

Es zeigte sich auch, daß die Autobahn nicht so rasch wie ursprünglich geplant gebaut werden konnte, da die Baufirmen anfangs stark um Aufträge konkurrierten und sich nicht so schnell auf die verwendeten Materialien einigen konnten. Manche Firmen verloren im Laufe der Zeit auch überhaupt das Interesse und widmeten sich dem privaten Straßenbau.

Auch nach einigen Jahren der Vorarbeit für das Projekt Autobahn wußte noch immer die Mehrheit der Bürger der Stadt nichts von den Plänen der Politiker. Andere hatten vage davon gehört und meinten, es sei doch heute doch selbstverständlich überall Autobahnen zu bauen. Es gab aber auch nicht wenige, die meinten, eine Stadt, durch die eine solche große Autobahn gebaut würde, sei nicht mehr lebenswert und sie würden diese sicher verlassen, um sich einen Ort zu suchen, wo die Luft noch sauber wäre und sie noch ungestört mit ihren Nachbaren plaudern und ihre Kinder und Haustiere in der Nachbarschaft herumlaufen könnten.

Und wenn sie nicht gestorben sind, schwärmen die Politiker immer noch von den Vorteilen der Autobahn, die Firmen widmen sich wieder anderen Bauaufträgen und die Bürger wissen noch immer nicht genau wie ihre Stadt in einigen Jahren aussehen wird.

Jede Ähnlichkeit des Inhaltes dieses Märchens zur Planung von ELGA ist natürlich rein zufällig !

Written by Dr. Christian Husek

30. Januar 2010 at 17:28

Veröffentlicht in ELGA

Wer wird bei der E-Medikation teilnehmen ?

leave a comment »

Ein Bekannter mit einer Lebenskrise wollte ein Beruhigungsmittel von mir verschrieben , es sollte jedoch nicht in seinen  Krankenkassenunterlagen aufscheinen (er ist im öffentlichen Dienst) . Ich habe es ihm in der Apotheke anonym besorgt. Als ich dem Apotheker den Hintergrund erzählte, meinte dieser, er besorge sich gewisse Medikamente auch nur privat, da durchaus persönliche Nachteile z.B. bei  Versicherungsabschlüssen, etc. zu erwarten seien.

Werden sich unter diesem Aspekt viele Patienten zur Teilnahme am Projekt  E-Medikation ( http://www.initiative-elga.at/ELGA/e_medikation.htm ) entschließen  ?

Written by Dr. Christian Husek

10. Januar 2010 at 12:32